Die Punker
Mitte der 1970er Jahre entstand die Jugendkultur Punk in London und New York. Eine rebellische Haltung, ein nicht der „Norm“ entsprechendes Verhalten und ein provokantes Aussehen charakterisierte diese Gruppe. In Deutschland werden die männlichen Anhänger der Punk-Szene Punker, die weiblichen Punkette genannt.
Die Frisuren der Punker
In den 70er Jahren trugen die Punker noch kurze Haare in schlichter Form, ähnlich der Frisur von Skinheads. Bald änderte sich dieser Stil und wurde zu einer kurzen Stachelfrisur, die als Spikes bezeichnet wurde. Vorbilder für diese Entwicklung waren Ikonen der Punk-Szene wie Johnny Rotten, Richard Hell oder Sid Vicious. Bald darauf wurden auffällige Farben für die Punker kennzeichnend, hierbei dominierten die Farben Rot, Schwarz und Wasserstoffblond, da zu dieser Zeit noch nicht mehr Farben zur Verfügung standen. Jedoch wurde sich, um noch auffälligere Farben zu erhalten, mit Lebensmittelfarben beholfen, und so kamen auch knallige Farben wie Grün und Blau unter den Punkern in Mode. Von nun an begannen die Haare immer bunter zu werden und auch die, in vielen Augen typische Frisur der Punker, der Irokesenschnitt verbreitete sich.
Der Körperschmuck der Punks
Lange bevor Piercing in der Gesellschaft verbreitet, und in allen Kreisen anzutreffen war, gab es diesen Körperschmuck bei den Punkern. Bereits in den 70er Jahren trugen sie Nasenringe oder alternativ auch durch die Haut gestochene Sicherheitsnadeln. Die Gesichtsbemalung der Szene kann schon nicht mehr als „normales Schminken“ bezeichnet werden, da sie mehr als auffällig ausfällt. Sehr dunkel oder extrem farbig bemalte Augen gehören dazu, ebenso stark gefärbte Wangenpartien. Auch Tätowierungen sind unter Punks sehr verbreitet, und das in ausgeprägter Form. Mit einem kleinen Tattoo auf dem Oberarm ist es da nicht getan. Besonders extrem und auffällig wurde dieser Körperkult bei den Fetisch-Punks betrieben.
Die Kleidung der Punk-Szene
Schon das gesamte äußere Erscheinen der Punker spiegelt die provokante und nonkonformistische Haltung wieder. Nicht nur die Frisuren und der Körperschmuck zählen dazu, auch die Klamotten drücken dies aus. Typische Merkmale der Punker sind Kleidungsstücke mit Nieten, egal ob Jacke, Gürtel, Arm- oder Halsbänder, in einer Pyramidenform. Reißverschlüsse an unüblichen Stellen und Buttons, Sicherheitsnadeln, Metallketten und Aufnäher über das gesamte Outfit verteilt sind ebenso charakteristisch für den Kleidungsstil der Szene. Die Lederjacken werden zusätzlich häufig mit Symbolen, Sprüchen, Bandlogos oder auch Runenschrift bemalt, und auch Teile von Uniformen, Patronengurte und Militaria gehören zum gängigen Outfit der Punker. Muster in Tiger-, Zebra- und Leopardenoptik gehören noch zu den harmlosen Kleidungsstücken der Szene. Das Schuhwerk besteht meist aus Schnürstiefeln, Sicherheits- oder Arbeitsschuhen.
Vorurteile den Punks gegenüber
Bis heute halten sich viele Vorurteile, aufgrund der Optik der Punker. Oftmals wird mit dem Aussehen gleichermaßen ein schlechtes Verhalten, Provokation und schlechtes Benehmen assoziiert. Dies mag in den 80er Jahren zutreffend gewesen sein, hat sich aber heute in vielerlei Hinsicht geändert. Auch wenn jemand der Punk-Szene angehört, lebt er dies nicht automatisch rund um die Uhr aus, sondern geht oft nur einer Stilrichtung nach, die ihm gerade gefällt. Nicht selten sind Anhänger der Punk-Szene im Alltag gar nicht als solche auszumachen, da sie für den Job ihr Punk-Aussehen ablegen, und somit als „Normalbürger“ kaum auffallen. Als Punker sind sie dann hauptsächlich in ihrer Freizeit, oft nur am Wochenende aktiv.
Picture: S.Kobold – Fotolia
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