Die Rocker

Der Begriff „Rocker“ umfasst genau genommen mindestens 3 Subkulturen. Im ursprünglichen Sinne werden Rocker mit der Biker Bewegung der USA in Verbindung gebracht, bzw. mit der analog dazu existierenden Biker Bewegung Großbritanniens, den Rockers. Darüber hinaus werden aber auch Anhänger der Rockmusik gemeinhin als Rocker bezeichnet.

Der US-amerikanische Rocker

Die verbreitetste Auslegung des Rockertypus ist die des motorradfahrenden Bikers, auf der Route 66 alleine oder in der Gruppe quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika streifend. Die Szene setzt sich auch den Mitgliedern von Motorradvereinen und Motorradclubs zusammen, wer nicht einem solchen Club zugehörig ist wird nicht als Rocker sondern als sogenannter Freebiker bezeichnet. Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Protestkultur, und keine Jugendkultur, und ist auf Kritik am Krieg und auf den Rückkehr von nicht wieder eingliederbaren Kriegsveteranen zu verstehen gewesen. Im Laufe der Zeit haben sich die Clubs stark differenziert, der Freiheitsgedanke ging in vielen Motorradclubs unter und wurde durch diverse kriminelle Machenschaften ersetzt, was dazu führte, dass dem Rocker, oder auch Biker, und besonders Bikergruppen kein allzu guter Ruf mehr anhängt. Wir verbinden den Rocker und Biker nur allzu häufig und gerne mit bekannten Institutionen wie den Hells Angels oder auch den Bandidos. Das Image des eher sanftmütigen freiheitsliebenden Rebellen auf zwei Rädern verlor somit viel an Gewicht, obgleich die Ursprünge durchaus hier zu suchen sind, und ein Großteil der Rocker auch den ursprünglichen Lebensweg verfolgt.

Die englischen Rockers

Als Rockers bezeichnet man eine, in den 60er Jahren in Großbritannien entstandene, Subkultur, die in enger Verbindung und Anlehnung an parallel existierende Subkulturen wie den Rockabillies, den Rock ´n Rollern, Psychobillies, aber auch den Skinheads entstand. Zehn Jahre zuvor entstand bereits die urtümliche Szene der „Ton up Boys“, deren Fokus ebenfalls in der Motorradkultur lag. Die englischen Rockers sind ein ganz urtümliches britisches Phänomen, und haben es in ihrer eigentlichen Form nie über die Grenzen hinweg nach Deutschland geschafft. Zwar existieren auch hierzulande vergleichbare Jugendkulturen, die sich aber dennoch im Detail von den Rockers unterscheiden.

Rocker und die Rockmusik

Als Rockmusik bezeichnet man eine Musikrichtung die parallel zur Rockerszene in den 1960er Jahren entstand, und eine Mischung aus dem späten Rock ´n Roll und anderer Musik- und Stilrichtungen darstellt, wobei als die weiteren dominierenden musikalischen Einflüsse die Countrymusik, Rhytm & Blues und Bluegrass zu nennen wären. Die angesehene Musikzeitschrift „Rolling Stone“ bezeichnet „I can´t get no“ von den Rolling Stones als die Geburtsstunde des Rock. Er galt in seiner Anfangszeit, wie fast alle Stilrichtungen von Jugendkulturen davor und danach, als skandalös. Das Auftreten der Rockbands, lange Haare, schlechte Umgangsformen, teilweise latente Gewaltbereitschaft und obszöne Texte brachten die Bewegung schnell in Verruf. Die Rockerkultur und Szene kann als Gegenbewegung zur friedfertigen Hippie-Bewegung gesehen werden. Mit den 80er Jahren unterlag der Rock dann Einflüssen des Pop und elektronischer Beiwerke, der sogenannte Pop-Rock oder auch Pop-Metal entstand, mit Vertretern wie Bon Jovi und Europe. Merkmale der Rockerszenen sind global die eher langen Haare, die Bikerkluft (Lederjacke und Jeans) und natürlich die gemeinsame Musik.

Bild: Corinne Domecq – Fotolia

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