Die Techno-Szene
Während der 1990er Jahre entwickelte sich eine Jugendbewegung die eine Subkultur zwischen den musikalischen Richtungen der Elektronischen Musik und Techno darstellt – die Technokultur.
Ideologie und Philosophie der Techno-Szene
Bei der elektronischen Musik der Techno-Szene stehen die monoton-rhythmische Struktur und ihre sphärischen Klänge im Vordergrund. Getanzt wird völlig frei in absoluter Ekstase. Die Musik besteht häufig nur aus den rhythmischen Basssequenzen, ein Text ist nicht immer vorhanden, und auch eine Melodie sucht man in den meisten Liedern vergebens. Diese völlige Abstraktheit lässt ihren Anhängern unbegrenzte Interpretationsmöglichkeiten, die stark variieren. Von Anfang an betrachtet sich die Techno-Szene als friedliche Gruppe, sowohl in der Akzeptanz als auch in der Toleranz. Bei den Veranstaltungen, die unter Themen wie „Summer of Love“ oder „Woodstock-Festival“ stattfanden, kamen unterschiedlichste Menschen verschiedenster Herkunft zusammen, alle vereint durch die Techno-Musik. Das weltweit größte Event stellte die Love-Parade dar, die unter dem Motto Love, Peace & Unity viele Jahre in Berlin zu Hause war.
Veranstaltungen in der Techno-Szene
Viele Partys, Raves und Veranstaltungen entwickelten sich in der Techno-Szene, wobei hier immer der extatische Tanz im Vordergrund steht. Im Bereich des Techno spielt die Form des Konzerts keine Rolle. Zu Beginn der Techno-Szene wurden Partys in düsterer Atmosphäre, mit wenig Einrichtung in Räumen mit Industrie-Charakter, wie leerstehende Lagerhallen oder Fabrikgebäuden, abgehalten. In diesen als Techno-Clubs bekannten Räumen wurden erstmals von einem DJ unterschiedliche Tracks gemixt und auf die gleiche Geschwindigkeit gebracht. Die Orte der Veranstaltungen haben ihren Namen meist ihrem früheren Zweck zu verdanken, so gibt es den Tresor, den Bunker oder das E-Werk. Noch heute sind sie in der Techno-Szene wichtige Anlaufpunkte. In der Techno-Szene wird, auch aufgrund des hohen Drogenkonsums, exzessiver und länger gefeiert als in „normalen“ Diskotheken. So entstanden auch die Afterhour-Veranstaltungen, die dem Zweck dienen, die eigentliche Party noch zu verlängern, und das Ende hinauszuzögern. Mit der Popularität der Techno-Bewegung nahmen auch die Großveranstaltungen zu, und es entwickelten sich regelmäßig stattfindende Raves wie die Mayday, die Timewarp oder die Nature One. Diese Großevents unterstehen unterschiedlichen Beurteilungen, und werden oft als zu kommerziell angesehen. Als Gegensatz zu den offiziellen Raveveranstaltungen ruft die Freetekno-Szene ihre eigenen Partys und Festivals ins Leben. Diese werden durch das Schneeballsystem angekündigt, denn sie sind nicht offizielle und finden ohne Genehmigung statt. Nur ein kleiner Teil dieser Freetekno-Partys ist überhaupt offiziell bekannt, hierzu zählen die CzechTek, FranceTek oder SouthTek. Meist bleiben sie jedoch unentdeckt und im Verborgenen, da sonst zu leicht die Gesetzeshüter auf sie aufmerksam werden.
Eine schwarzer Tag für die Techno-Szene
Einen traurigen und schwarzen Tag erlebte die Techno-Szene bei der bekanntesten Veranstaltung weltweit. Die Loveparade 2010 in Duisburg endete in einer Katastrophe. Techno-Freunde wollten sich lediglich zur weltweit größten Techno-Party treffen, ausgelassen feiern und einen unvergesslichen Tag erleben, doch es kam anders. Während auf der einen Seite des zum Veranstaltungsplatz führenden Tunnels schon kräftig gefeiert wurde, strömten immer mehr Techno-Begeisterte der Loveparade zu. In der Enge des Tunnels kam es zu einer Massenpanik die einige Todesopfer und dazu noch zahlreiche Verletzte forderte. Diese Tragödie bedeutete gleichzeitig das Aus für die Loveparade, für die ein erneutes Stattfinden von nun an nicht mehr geplant ist.
Bild:DWP – Fotolia
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